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Wald und Wasser im Ostalbkreis

Kleiner, klarer Bach, der sich über moosbewachsene Steine durch einen dicht bewachsenen Wald schlängelt.
Egerursprung in Bopfingen
Der Wald erfüllt wichtige Funktionen für den Wasserhaushalt. Er speichert Niederschlagswasser, fördert die Versickerung, schützt vor Bodenerosion und kann den Abfluss bei Starkregen verlangsamen. Waldbesitzer können mit einer naturnahen Bewirtschaftung wesentlich zum Wasserrückhalt sowie zum Schutz von Quellen und Gewässern beitragen.


  • Speicherung von Niederschlagswasser im Waldboden
  • Förderung der Grundwasserneubildung
  • Verringerung von Oberflächenabfluss und Bodenerosion
  • Entlastung von Bächen und Siedlungsgebieten bei Starkregen
  • Schutz von Quellen, Feuchtgebieten und Gewässern
  • Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Bestände gegenüber Trockenperioden
Der Wasserrückhalt hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit, der Humus- und Streuschicht, der Vegetation, der Hangneigung sowie vom Zustand der Forstwege und Rückegassen ab.

2.1 Forstwege und Entwässerungseinrichtungen überprüfen

  • Durchlässe, Wegseitengräben und Rohrleitungen regelmäßig kontrollieren und freihalten
  • Schäden nach Starkregen zeitnah beseitigen
  • Wasser nicht konzentriert und ungebremst über Hänge ableiten
  • Geeignete Ausleitmulden, Rückhaltemulden oder begrünte Abflussrinnen anlegen
  • Entwässerungsgräben dort zurückbauen oder unterbrechen, wo sie Wasser zu schnell aus dem Wald ableiten
  • Erosionsgefährdete Böschungen fachgerecht sichern

2.2 Rückegassen und Boden schützen

  • Rückegassen dauerhaft festlegen und die Befahrung auf diese beschränken
  • Holzernte möglichst bei trockener oder gefrorener Witterung durchführen
  • Befahrung bei stark durchnässten Böden vermeiden
  • Tiefe Fahrspuren und verdichtete Bereiche nach Abschluss der Arbeiten beseitigen
  • Keine neuen Fahrspuren in Quellen, Feuchtflächen oder natürlichen Abflussmulden anlegen
  • Bodenverletzungen und großflächige Freilegungen vermeiden

2.3 Wasser im Waldboden halten

  • Humus-, Streu- und Bodenschichten möglichst erhalten
  • Reisig und Totholz teilweise im Bestand belassen
  • Natürliche Senken, Mulden und Feuchtstellen schützen
  • Kahlschläge möglichst vermeiden
  • Mehrschichtige und strukturreiche Mischbestände entwickeln
  • Durch angepasste Durchforstung die Konkurrenz der Bäume um Bodenwasser verringern

2.4 Quellen, Bäche und Feuchtflächen schützen

  • Quellbereiche, Bäche, Tümpel und Feuchtflächen markieren und von der Befahrung ausschließen
  • Natürliche Ufervegetation erhalten
  • Bachbegleitende Nadelholzbestände schrittweise in standortgerechte Laubholzbestände umbauen
  • Gewässerrandstreifen möglichst unbewirtschaftet oder extensiv bewirtschaften
  • Holz, Bodenmaterial und Maschinen nicht in Gewässernähe lagern
  • Feuchtflächen nicht entwässern
  • Verrohrte oder begradigte Bachabschnitte prüfen und, sofern möglich, naturnah entwickeln

2.5 Schadstoffeinträge vermeiden

  • Maschinen nur auf geeigneten, gesicherten Flächen betanken und warten
  • Kraftstoffe und andere Betriebsstoffe außerhalb von Quell- und Gewässerbereichen lagern
  • Maschinen regelmäßig auf Leckagen überprüfen
  • Pflanzenschutzmittel und Dünger nur im erforderlichen Umfang und nach den geltenden Vorgaben einsetzen
  • In Wasserschutzgebieten und in Gewässernähe besondere Schutzbestimmungen beachten

Vor der Umsetzung sollten Waldbesitzer die Maßnahmen mit der zuständigen Forst- und ggf. Wasserbehörde abstimmen.

Hinweis: Für die Ansicht der Forstreviere zoomen Sie in der interaktiven Karte in das gewünschte Gebiet. Ab einem Maßstab von 1:100.000 werden die Forstreviere angezeigt. Mit Klick auf das angezeigte Forstrevier erscheinen die Kontaktdaten in einem Popup-Fenster. Um alle Informationen zu erhalten, ggf. im Popup-Fenster nach unten scrollen.

  • Anlage einer Rückhaltemulde an einem geeigneten Forstweg
  • Unterbrechung eines stark ableitenden Wegseitengrabens
  • Verbesserung eines beschädigten oder verstopften Durchlasses
  • Schutz und Wiedervernässung einer Quell- oder Feuchtfläche
  • Umbau bachbegleitender Nadelholzbestände in standortgerechte Laubholzbestände
  • Renaturierung eines naturnahen Bachabschnitts
  • Bodenschonende Holzernte auf festgelegten Rückegassen
  • Entwicklung eines standortgerechten, strukturreichen Mischbestands

Bei wasserbaulichen Maßnahmen, Eingriffen in Gewässer, Arbeiten in Quellbereichen, Veränderungen an Entwässerungsanlagen oder dem Umbau bachbegleitender Waldbestände ist eine frühzeitige Abstimmung mit den zuständigen Stellen erforderlich.
Weitere Informationen und Beratung erhalten Waldbesitzer bei:
  • der unteren Forstbehörde
  • der unteren Wasserbehörde
  • den zuständigen Revierleitungen
  • der Gemeindeverwaltung.

Ein naturnah bewirtschafteter Wald kann Niederschlagswasser speichern, den Wasserabfluss verlangsamen und Quellen sowie Gewässer schützen. Besonders wirksam ist die Kombination aus bodenschonender Bewirtschaftung, gut unterhaltenen Forstwegen, dem Schutz von Feuchtflächen, dem Umbau bachbegleitender Nadelholzbestände und einer standortgerechten Waldentwicklung.