Facebook
Youtube
Twitter
Instagram

Bodenschutzkalkung 2020 im Wald

Die für die Kalenderwoche 34 geplante kompensatorische Bodenschutzkalkung im Privatwald auf der Gemarkung Pommertsweiler findet aus technischen Gründen nun voraussichtlich in der Kalenderwoche 36 statt. Während des Hubschraubereinsatzes sind Waldflächen kurzfristig gesperrt.

Förderung der Bodenschutzkalkung im Kommunal- und Privatwald

Die EU fördert die Bodenschutzkalkung im Privat/Kommunalwald unter 30 ha mit 100 Prozent der entstehenden Nettokosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Größere Waldbesitzer (>30 ha) werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert.

Die Preise differieren je nach Ausbringungsverfahren und Kalkmaterial. In befahrbaren Lagen mit einem gut ausgebauten Wegenetz kann ein Bodenverblasefahrzeug eingesetzt werden. In wenig erschlossenen und schwer befahrbaren Lagen wird die Bodenschutzkalkung mittels Hubschrauber durchgeführt.

Der Materialeinsatz hängt von den Standortbedingungen des zu kalkenden Waldgebietes ab.


Bodenschutzkalkung im Ostalbkreis
Die Planung, Ausschreibung und Überwachung der Durchführung übernimmt die Untere Forstbehörde des Ostalbkreises. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden landesweit erfasste Informationen über den Bodenzustand herangezogen und durch Bodenproben im Staats- und Privatwald ergänzt. Auf dieser Grundlage werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage für die Kalkungsmaßnahme dienen. Im weiteren Verlauf der Planung kommt es zur Abstimmung mit den zuständigen Behörden für Naturschutz und Wasserwirtschaft. Kalkungssensible Flächen werden ausgespart.

Warum Bodenschutzkalkung?
Saurer Regen hat insbesondere im 20. Jahrhundert den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Auf seinem Weg durch den Boden wurden sehr viele Nährstoffe ausgewaschen und ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu hinterlassen. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Pflanzenstandort, Lebensraum und Filter für Trinkwasser gefährdet. Durch ein angepasstes und schonendes Kalkungskonzept kann ein nachhaltig stabiler und naturnaher Bodenzustand wieder hergestellt werden.

Als Erfolg einer konsequenten Luftreinhaltepolitik konnten in den vergangenen Jahren die Säureeinträge auf einem Großteil der Landesfläche zurückgeführt werden. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Böden jedoch selbständig nicht heilen und die Waldökosysteme und ihre Funktionen sind dadurch nach wie vor belastet. Es besteht also trotz der Reduktion von Säureeinträgen ein Sanierungsbedarf, um die natürlichen Funktionen der Waldböden wiederherzustellen. Zur dauerhaften Regeneration bedarf es daher eines langfristigen Kalkungskonzeptes, das die aktuellen Säureeinträge neutralisiert und die im Boden gespeicherten und schädlichen Säuremengen abbaut. Es besteht die Chance, durch ein standortdifferenziertes und kleinflächig geplantes Kalkungsprogramm die natürlichen Bodenqualitäten und Bodenfunktionen langfristig wiederherzustellen. Hauptziel der Kalkung ist dabei die Wiederherstellung der natürlichen, vorindustriellen Nährstoffausstattung und Diversität von Waldböden.

Durch die Bodenschutzkalkung können auch Verbesserungen der Wasserversorgung erzielt werden, was angesichts der aktuellen Klimaveränderungen eine zunehmende Bedeutung bekommt. Laut Forstexperten ist davon auszugehen, dass flachgründige Wurzelsysteme auf versauerten Standorten durch Bodenschutzkalkungen tiefgründiger werden. Dies fördert die Erschließung von tieferliegenden Wasser- und Nährstoffvorkommen sowie die Stabilisierung durch tiefergreifende Grobwurzeln. Außerdem kann durch eine Bodenschutzkalkung häufig bestehender Kaliummangel im Boden behoben werden. Kaliummangel lähmt die Schließfunktion der Spaltöffnungen in den Blättern, was zu einer erhöhten Transpiration führt und die Anfälligkeit der Bäume für Trockenschäden erhöht.

Für weitere Informationen steht Wolf Noack im Forstdezernat des Landratsamtes Ostalbkreis gerne zur Verfügung.

ForstBW - Für Sie bei der Bodenschutzkalkung

Mitschnitt einer Bodenschutzkalkung 2020



Ansprechpartner/in


Wolf Noack
Sachgebietsleiter/in
Telefon: 07361 503-1405
Telefax: 07361 503-581405

Externe Links


Bodenschutzkalkung - Infos von ForstBW
Merkblatt Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung