Bodenschutzkalkung 2019 im Wald

Für das Jahr 2019 ist im Staatswald auf den Gemarkungen Adelmannsfelden, Abtsgmünd, Eschach, Frickenhofen, Hohenstadt, Obergröningen, Pommertsweiler und Untergröningen eine kompensatorische Bodenschutzkalkung geplant. Private und kommunale Waldbesitzer mit Waldflurstücken in diesem Bereich (siehe Karte) können sich der Maßnahme anschließen und ihre Flächen ebenfalls kalken lassen. In dem vorgesehenen Gebiet gibt es viele unterschiedliche Waldbesitzer. Die Durchführung der Kalkung ist nur möglich, wenn ein Großteil der Waldbesitzer ihr Einverständnis erklärt.

Förderung der Bodenschutzkalkung im Kommunal- und Privatwald

Die EU fördert die Bodenschutzkalkung im Privat/Kommunalwald unter 30 ha mit 100 Prozent der entstehenden Nettokosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Größere Waldbesitzer (>30 ha) werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert.

Die Preise differieren je nach Ausbringungsverfahren und Kalkmaterial. In befahrbaren Lagen mit einem gut ausgebauten Wegenetz kann ein Bodenverblasefahrzeug eingesetzt werden. In wenig erschlossenen und schwer befahrbaren Lagen wird die Bodenschutzkalkung mittels Hubschrauber durchgeführt.

Der Materialeinsatz hängt von den Standortbedingungen des zu kalkenden Waldgebietes ab.

Wenn Sie sich für eine Bodenschutzkalkung auf Ihren Waldflurstücken entscheiden, senden Sie bis zum 15. Juni 2018

  • die Einverständniserklärung mit den entsprechenden Flurstücksnummern (Wichtig: Original Einverständniserklärung, keine Kopie, kein Fax)
  • ggf. die Zeichnungsberechtigung (bei Erbengemeinschaften, Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen, Gemeinschaftswald, etc.)

an das Landratsamt Ostalbkreis, Wald und Forstwirtschaft, Stuttgarter Straße 41, 73430 Aalen. Die notwendigen Formulare erhalten Sie bei Ihrer Gemeindeverwaltung. Sie stehen auch zum Download zur Verfügung.

Bodenschutzkalkung im Ostalbkreis
Die Planung, Ausschreibung und Überwachung der Durchführung übernimmt die Untere Forstbehörde des Ostalbkreises. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden landesweit erfasste Informationen über den Bodenzustand herangezogen und durch Bodenproben im Staats- und Privatwald ergänzt. Auf dieser Grundlage werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage für die Kalkungsmaßnahme dienen. Im weiteren Verlauf der Planung kommt es zur Abstimmung mit den zuständigen Behörden für Naturschutz und Wasserwirtschaft. Kalkungssensible Flächen werden ausgespart.

Warum Bodenschutzkalkung?
Saurer Regen hat insbesondere im 20. Jahrhundert den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Auf seinem Weg durch den Boden wurden sehr viele Nährstoffe ausgewaschen und ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu hinterlassen. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Pflanzenstandort, Lebensraum und Filter für Trinkwasser gefährdet. Durch ein angepasstes und schonendes Kalkungskonzept kann ein nachhaltig stabiler und naturnaher Bodenzustand wieder hergestellt werden.

Als Erfolg einer konsequenten Luftreinhaltepolitik konnten in den vergangenen Jahren die Säureeinträge auf einem Großteil der Landesfläche zurückgeführt werden. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Böden jedoch selbständig nicht heilen und die Waldökosysteme und ihre Funktionen sind dadurch nach wie vor belastet. Es besteht also trotz der Reduktion von Säureeinträgen ein Sanierungsbedarf, um die natürlichen Funktionen der Waldböden wiederherzustellen. Zur dauerhaften Regeneration bedarf es daher eines langfristigen Kalkungskonzeptes, das die aktuellen Säureeinträge neutralisiert und die im Boden gespeicherten und schädlichen Säuremengen abbaut. Es besteht die Chance, durch ein standortdifferenziertes und kleinflächig geplantes Kalkungsprogramm die natürlichen Bodenqualitäten und Bodenfunktionen langfristig wiederherzustellen. Hauptziel der Kalkung ist dabei die Wiederherstellung der natürlichen, vorindustriellen Nährstoffausstattung und Diversität von Waldböden.

Für weitere Informationen steht Johannes Gugel im Forstdezernat des Landratsamtes Ostalbkreis gerne zur Verfügung.

ForstBW - Für Sie bei der Bodenschutzkalkung