Bodenschutzkalkung im Wald 2018

Für das Jahr 2018 ist im Staatswald Revier Abtsgmünd zwischen den Gemeinden Abtsgmünd, Adelmannsfelden und Neuler (siehe Karte) eine kompensatorische Bodenschutzkalkung geplant. Private und kommunale Waldbesitzer mit Waldflurstücken in diesem Bereich können sich dieser Maßnahme anschließen und ihre Flächen ebenfalls kalken lassen. In dem vorgesehenen Gebiet gibt es viele unterschiedliche Waldbesitzer. Die Durchführung der Kalkung ist nur möglich, wenn ein Großteil der Waldbesitzer ihr Einverständnis erklärt.

Förderung der Bodenschutzkalkung im Kommunal- und Privatwald

Die EU fördert die Bodenschutzkalkung im Privat/Kommunalwald unter 30 ha mit 100% der entstehenden Kosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Größere Waldbesitzer (>30 ha) werden mit 90% der Nettokosten gefördert.
Die Preise differenzieren nach den Ausbringungsverfahren, sowie dem ausgebrachten Material. In befahrbaren Lagen (Hanglagen bis 30%) mit einem gut ausgebauten Wegenetz (Gassenabstand von max. 40 bis 60 Meter) kann ein Bodenverblasefahrzeug eingesetzt werden. In schwer befahrbaren Lagen (Hanglagen über 30%) muss auf eine kostenintensivere Hubschrauberausbringung zurückgegriffen werden.

Der Materialeinsatz hängt von den Standortbedingungen des zu kalkenden Waldgebietes ab. Für jede Verfahrens- und Materialkombination sind in der nebenstehenden Tabelle exemplarisch die Preise je Hektar aufgeführt.

Wenn Sie sich für eine Bodenschutzkalkung auf Ihren Waldflurstücken entscheiden senden Sie bis zum 24. Februar 2017
  • den Antrag zur Teilnahme an der Bodenschutzkalkung
  • die Einverständniserklärungen (Wichtig: Flurstücksnummern eintragen!)
  • ggf. die Zeichnungsberechtigung (bei Erbengemeinschaften, Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen, Gemeinschaftswald, etc.)

an das
Landratsamt Ostalbkreis
Wald und Forstwirtschaft
Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen

Bodenschutzkalkung im Ostalbkreis

Die Planung, Ausschreibung und Überwachung der Durchführung übernimmt die Untere Forstbehörde des Ostalbkreises. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden landesweit erfasste Informationen über den Bodenzustand herangezogen und durch 700 Bodenproben im Staats- und Privatwald ergänzt. Auf dieser Grundlage werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage der Kalkungsmaßnahme dienen. In weiteren Schritten findet eine Abstimmung mit der Naturschutz- und Wasserbehörde statt, kalkungsempfindliche Flächen werden von der Planung ausgenommen und die Art der Ausbringung und das geeignete Material wird festgelegt. Die Kalkungsmaßnahmen werden anschließend ausgeschrieben und die Durchführung der Maßnahme vor Ort von den Forstleuten überwacht.

Warum Bodenschutzkalkung?

Saurer Regen hat insbesondere im 20. Jh. den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Auf seinem Weg durch den Boden wurden sehr viele Nährstoffe ausgewaschen und ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu hinterlassen. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Pflanzenstandort, Lebensraum und Filter für Trinkwasser gefährdet. Durch ein angepasstes und schonendes Kalkungskonzept kann ein nachhaltig stabiler und naturnaher Bodenzustand wieder hergestellt bzw. erhalten werden.

Als Erfolg einer konsequenten Luftreinhaltepolitik konnten in den vergangenen Jahren die Säureeinträge auf einem Großteil der Landesfläche soweit zurückgeführt werden, dass einen weitere Bodenversauerung nur noch sehr langsam verläuft oder ganz gestoppt wurde. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Böden jedoch selbständig nicht heilen und die Waldökosysteme und ihre Funktionen sind dadurch nach wie vor belastet. Es besteht also trotz der Reduktion von Säureeinträgen ein Sanierungsbedarf, um die natürlichen Funktionen der Waldböden wiederherzustellen. Zur dauerhaften Regeneration bedarf es daher eines langfristigen Kalkungskonzeptes, das die aktuellen Säureeinträge neutralisiert und die im Boden gespeicherten und schädlichen Säuremengen abbaut. Es besteht hiermit die Chance, durch ein standortsdifferenziertes und kleinflächig geplantes Kalkungsprogramm die natürlichen Bodenqualitäten und Bodenfunktionen langfristig wiederherzustellen. Hauptziel der Kalkung ist dabei die Wiederherstellung der natürlichen, vorindustriellen Nährstoffausstattung und Diversität von Waldböden.

Für weitere Informationen steht Ihnen Herr Johannes Gugel im Forstdezernat Aalen gerne zur Verfügung.