Kreisfinanzen

Der Kreistag des Ostalbkreises hat in seiner Sitzung am 01.03.2011 beschlossen, die Doppik zum 01.01.2012 einzuführen. Kernpunkt der Reform zum Gemeindehaushaltsrecht ist die Umstellung von der bisherigen zahlungsorientierten Darstellungsform im kameralen Haushalt auf die vollständige Abbildung des Ressourcenverbrauchs und des Ressourcenaufkommens durch die Erfassung von Aufwendungen und Erträgen anstelle von Ausgaben und Einnahmen im doppischen Haushalt. Statt Aus- und Einzahlungen stehen im Ergebnishaushalt die Rechengrößen Aufwendungen und Erträge im Mittelpunkt, wobei erstere aber dennoch in der Finanzrechnung zur Überwachung der Finanzlage weiter berücksichtigt werden. Künftig ist der gesamte Ressourcenverbrauch, also auch die Abschreibungen auf das gesamte Vermögen, auszuweisen und zu erwirtschaften.

Mit der Einführung der Doppik wurde auch die Struktur des Haushalts geändert. Waren bisher die "Unterabschnitte" die maßgebenden Gliederungselemente im Haushaltsplan, wurden diese von im doppischen Haushalt von den sog. Produkten abgelöst. Unter Produkten werden sämtliche Verwaltungsleistungen verstanden, die innerhalb eines Geschäftsbereiches erbracht werden. Dieser Ansatz soll ermöglichen, die Leistungen der Verwaltung unter den Gesichtspunkten Mengen, Kosten, Zeit und Qualität zu betrachten und Ergebnisse für die Steuerung des Verwaltungshandelns 08.11.2016 verabschiedeten Haushalt 2017 legt der Ostalbkreis bereits seinen sechsten doppischen Haushalt vor.

Der doppische Haushaltsplan gliedert sich in mehrere aufeinander abgestimmte Teile:

  • Im Ergebnishaushalt werden alle Erträge und Aufwendungen geplant - er ist damit mit dem seitherigen Verwaltungshaushalt vergleichbar. Hier werden die Kreisumlage, Gebühreneinahmen, Erstattungen, Personal- und Geschäftsaufwendungen, Hilfeleistungen, Abschreibungen usw. gebucht.
  • Der Finanzhaushalt enthält alle ergebniswirksamen Zahlungen aus laufender Geschäftstätigkeit (analog dem Ergebnishaushalt ohne z.B. Abschreibungen) und alle Ein- und Auszahlungen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit (vergleichbar mit dem bisherigen Vermögenshaushalt). Im Finanzhaushalt sind z.B. die Beschaffung von beweglichem Vermögensgegenständen sowie Baumaßnahmen (Schulhaus- und Krankenhausbauten, Straßenbaumaßnahmen) veranschlagt.
  • Die in Aktiva und Passiva gegliederte Bilanz stellt das Vermögen und die Schulden des Landkreises dar und entspricht damit der Vermögensrechnung.




Das Gesamthaushaltsvolumen beläuft sich

im Haushaltsjahr 2016 auf 673.912.271 Euro
im Haushaltsjahr 2017 auf 681.965.014 Euro.
Die Steigerung beträgt somit 8.052.743 Euro = 1,19%




Davon entfallen auf

  2017
Euro
2016
Euro
+/-
Euro
Prozent
Ergebnishaushalt 417.435.095 399.850.688 17.584.407 4,39
Finanzhaushalt 21.985.305 32.596.533 (-)10.611.228 (-)32,55
Zentralhaushalt 439.420.400 432.447.221 6.973.179 1,61
Erfolgspläne der Kliniken 232.759.796 228.259.732 4.500.064 1,97
Vermögenspläne der Kliniken 9.784.818 13.205.318 (-)3.420.500 (-)25,90
Wirtschaftspläne der Kliniken 242.544.614 241.465.050 1.079.564 0,44
ergibt
Gesamthaushaltsvolumen
681.965.014 673.912.271 8.052.743 1,19