Eichenprozessionsspinner

In vielen Städten und Gemeinden des Ostalbkreises tritt er dieses Jahr wieder verstärkt auf - der Eichenprozessionsspinner, ein Schmetterling, der vorwiegend an Eichen auftritt. Die Brennhaare der heranwachsenden Raupen sind Auslöser von juckenden, entzündlichen Hautreaktionen. Für Erholungssuchende und Waldarbeiter, direkte Anwohner zu Waldgebieten, Besitzer von Eichen in Gartenanlagen oder spielende Kinder, die die Raupen unmittelbar berühren, ist die Gefahr während der Raupenfraßzeit im Mai und Juni am größten.
Nachfolgend haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst:


Vorkommen

Die Eichenprozessionsspinner kommen ausschließlich an Eichen vor, bevorzugt an besonnten Waldrändern, in lichten Eichenwäldern und an Einzelbäumen. Die Population des wärmeliebenden Falters hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Seit 2007 sind die Eichenprozessionsspinner in fast allen Eichenwäldern im Ostalbkreis zu finden.

Biologie

Die unscheinbaren Falter legen im Spätsommer ihre Eier im oberen Kronenbereich ab. Je nach Witterung schlüpfen die Raupen mit dem Austrieb der Eichen zwischen April und Mai. Insgesamt gibt es 5 Larvenstadien. Ab dem 3. Larvenstadium (ab Mai/Juni) wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung weitergetragen werden. Ab Juni verpuppen sich die Raupen in Gespinsten, bevor der Schmetterling im August schlüpft.

Gesundheitliche Gefährdung

Die Brennhaare der Raupen lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt "Gesundheitliche Risiken durch Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners" des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg (siehe Download).

Richtiges Verhalten

Waldbesucher:
  • Meiden Sie betroffene Eichenwälder in den Monaten Juni bis Oktober.
  • Beachten Sie ggf. vorhandene Hinweisschilder.
  • Vermeiden Sie in betroffenen Eichenwäldern den Kontakt mit der Bodenvegetation und bleiben Sie auf den Wegen.
  • Berühren Sie nicht die Raupen und ihre Nester.
  • Wechseln Sie die Kleider und duschen Sie nach dem Kontakt mit den Brennhaaren.
Waldbesitzer:
  • Meiden Sie nach Möglichkeit betroffene Eichenwälder.
  • Unterlassen Sie dort möglichst Holzerntemaßnahmen oder die Aufarbeitung von Brennholz.
  • Schützen Sie bei Arbeiten in Ihrem Wald die empfindlichen Hautbereiche (Nacken, Unterarme).

Bekämpfung

Aus gesundheitlichen Gründen muss eine Bekämpfung dort in Erwägung gezogen werden, wo der Kontakt mit den Brennhaaren nicht vermieden werden kann oder besonders schutzbedürftige Personengruppen betroffen sind. Eine Bekämpfung darf nur von Fachleuten mit entsprechender Sachkunde und Schutzbekleidung durchgeführt werden.

Einzelbäume können im Juni/Juli mechanisch (Absammeln, Absaugen, Abspritzen oder Abflämmen) behandelt werden oder präventiv Anfang Mai vom Boden aus mit einem Pflanzenbehandlungsmittel gegen freifressende, blattfressende Schmetterlingsraupen besprüht werden. Für die Behandlung von ganzen Waldgebieten kann das Pflanzenbehandlungsmittel nur mit dem Hubschrauber ausgebracht werden.