Öffentlicher Personennahverkehr im Ostalbkreis

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist eine wichtige Aufgabe des Ostalbkreises, die vom Geschäftsbereich Nahverkehr wahrgenommen wird. Der Geschäftsbereich Nahverkehr ist Aufgabenträger nach dem ÖPNV-Gesetz. Als ÖPNV-Aufgabenträger hat der Ostalbkreis eine ausreichende Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im Öffentlichen Personennahverkehr nach dem Regionalisierungsgesetz sicherzustellen. Dies beinhaltet insbesondere die Planung, Organisation und Finanzierung des ÖPNVs. Der Ostalbkreis ist durch einen Kooperationsvertrag mit der OstalbMobil GmbH verbunden. Der Kreistag setzt den Rahmen für die Finanzierung der OstalbMobil-Tarife (ÖPNV-Höchsttarifsatzung).

Weiter stehen die Genehmigungen für den Verkehr mit Bus, Taxi und Mietwagen und die Abwicklung der Schülerbeförderung für alle Schulen im Ostalbkreis im Mittelpunkt der Arbeit.

Das Nahverkehrsnetz

Das Schienennetz folgt im Ostalbkreis den Hauptverkehrsachsen und hat direkten Anschluss an das überregionale Fernverkehrsnetz. In Aalen bzw. Goldshöfe kreuzen sich die Schienenwege: In West-Ost-Richtung führt die Remsbahn von Stuttgart kommend über Schwäbisch Gmünd nach Aalen und von dort weiter nach Nürnberg bzw. München. In Nord-Süd-Richtung wird der Ostalbkreis von Würzburg über Ellwangen und Aalen über die Jagst- und Brenzbahn nach Heidenheim und Ulm angebunden. Die Strecken werden von RegionalBahnen und RegionalExpress-Zügen in einem dichten Takt sowie von der zweistündlichen InterCity-Linie Karlsruhe - Stuttgart - Nürnberg bedient. Der Integrale Taktfahrplan (ITF) ist im Ostalbkreis und speziell in Aalen in vorbildlicher Form umgesetzt.

In der Region Ostwürttemberg wurde in den letzten Jahren viel Geld in die genannten Schienenstrecken investiert. Die Bahnhöfe auf der Rems-, Jagst- und Brenzbahn sind fast alle modernisiert. Die Gleise der Rems- und Riesbahn wurden erst 2009 modernisiert und sind fit für den Zugverkehr der Zukunft. Von 2016 bis 2018 werden die Bahnhöfe Aalen und Baden-Württembergs größter Verknüpfungsbahnhof Goldshöfe modernisiert.

Das flächendeckende Liniennetz des Busverkehrs verbindet die über 1.000 Wohnplätze und bindet diese an die Zentren des Kreises an. Weite Teile des Ostalbkreises, insbesondere entlang der Hauptverkehrsachsen, und die großen Kreisstädte sind sehr gut mit dem ÖPNV erschlossen. Sie bieten damit gute Standortvoraussetzungen für den Wirtschafts- und Lebensraum Ostalbkreis.

Die Leitlinien für den ÖPNV

Der Kreistag hat am 24. Juni 2014 den Nahverkehrsplan 2014 für den Ostalbkreis mit den Zielen der zukünftigen Gestaltung des ÖPNV im Ostalbkreis beschlossen. Der Nahverkehrsplan gibt den Rahmen für die künftige Nahverkehrsgestaltung.
Das Linienbündelungskonzept wurde in den Nahverkehrsplan mit aufgenommen, kann jedoch erst durch einen erneuten Beschluss des Kreistags aktiviert werden.

Der 2014 gegründete Fahrgastbeirat soll vor allem als Bindeglied zwischen den verschiedenen Partnern dienen, Impulse zu Verbesserungen setzen und als Ansprechpartner fungieren. Der Fahrgastbeirat tagt mindestens zwei Mal im Jahr.

ÖPNV-Höchsttarifsatzung

Zur Schaffung eines einheitlichen, beihilfekonformen und rechtssicheren Verfahrens zur Gewährung von Ausgleichsleistungen an die Verkehrsunternehmen hat der Kreistag des Ostalbkreises am 12. Mai 2015 eine ÖPNV-Höchsttarifsatzung beschlossen. Die Tarife dieser Satzung wurden am 3. Juni 2016 geändert. Die Verkehrsunternehmen verpflichten sich auf allen Linien im Ostalbkreis, die Fahrgäste zu den im Kreistag festgesetzten Tarifen und Tarifbedingungen zu befördern und der Ostalbkreis übernimmt im Gegenzug den Ausgleich der Harmonisierungs- und Durchtarifierungsverluste der Verkehrsunternehmen.

OstalbMobil

Seit Dezember 2007 gibt es OstalbMobil, die Fahrpreiskooperation des Ostalbkreises mit allen Verkehrsunternehmen inklusive DB Regio AG mit dem Ziel, Bus und Bahnfahren einfacher und damit attraktiver zu machen. Hierbei gilt: Ein Fahrschein für alle Verbindungen. Attraktive Tarifangebote wie die Zeitkarten im Abonnement, SemesterTicket und FirmenTicket führen zu steigenden Dauerfahrgästen. Auch die 20 % Rabatt gewährende Chipkarte wird sehr gut angenommen. Über 40.000 Chipkarten sind bereits ausgegeben. Pro Monat werden über 100.000 Fahrscheine über die Chipkarte verkauft. Am 9. Juni 2015 wurde OstalbMobil zu einem Tarifverbund aller Verkehrsunternehmen im Ostalbkreis. Zum 1. August 2015 gibt es das neue Angebot des OstalbMobil TagesTickets und des OstalbMobil NetzTickets.

Der Ostalbkreis ist über einen Kooperationsvertrag mit der OstalbMobil GmbH verbunden.

ÖPNV-Fördermaßnahmen

Mit zahlreichen aufeinander abgestimmten Fördermaßnahmen baut der Ostalbkreis das öffentliche Verkehrsangebot aus und bietet für die verschiedenen Nutzergruppen einheitliche Fahrpreise an. So gibt es bereits seit 1997 das Ostalb-Abo im Schülerverkehr, seit 2007 OstalbMobil-Abos für Jedermann und für Schüler, Auszubildende und Studenten, seit 2012 SemesterTickets und FirmenTickets und seit 2015 TagesTickets und NetzTickets.

Seit 2010 ermöglicht eine Vereinbarung zwischen dem Ostalbkreis und der DB Regio AG eine kostenlose Fahrradmitnahme in Zügen des Nahverkehrs auf der Rems-, Jagst- und Riesbahn.

Auch im Metropolticket-Verbund ist OstalbMobil vertreten und im Ostalbkreis wird zusätzlich zum Baden-Württemberg-Ticket das MetropolTagesTicket angeboten.

Im Februar 2014 startete in Ellwangen der StadtBus Ellwangen, der mit 2 modernen, barrierefreien Kleinbussen mit Halt auf Zuruf im Kernstadtbereich unterwegs ist.

Die Tariflücke im Schienenverkehr in Richtung VVS wurde zum 31. Dezember 2014 geschlossen.

Auch hat gerade erst der Ostalbkreis eine Vereinbarung mit dem Land Baden-Württemberg über die Einführung eines durchgängigen Halbstundentaktes auf der Remsbahn ab Sommer 2019 abgeschlossen.

Mit der ÖPNV-Höchsttarifsatzung gewährt der Ostalbkreis Ausgleichszahlungen an die Verkehrsunternehmen als gemeinwirtschaftliche Verpflichtung. Weitere Informationen zur ÖPNV-Höchsttarifsatzung gibt es im veröffentlichten Amtsblatt des Ostalbkreises oder unter Dokumente.

Der ÖPNV muss sich stetig den Bedürfnissen der Fahrgäste anpassen. Bürgerbusse, Erschließung von Fördermöglichkeiten durch das Land oder LEADER-Kulissen ist eine anstehende Aufgabe.