Theorie trifft Praxis – Regionalmanager reisten nach Brüssel

Mit Fragen und Anliegen an die Zukunft der EU-Förderpolitik reisten Mitte Mai rund 50 LEADER-Regionalmanager aus Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen nach Brüssel. Auch die örtliche LEADER-Aktionsgruppe Jagstregion war dabei und brachte Erfahrungen aus der Umsetzung vor Ort ein.

Der Zeitpunkt der Reise hätte kaum günstiger sein können: die Beratungen über die Rahmenbedingungen der kommenden Förderperiode ab 2021 sind in vollem Gange. Sicher ist bereits, dass LEADER auch nach 2020 bestehen bleibt, wobei mit Kürzungen für dieses Programm zur Entwicklung der ländlichen Räume gerechnet werden muss.
Herzstück der Delegationsreise war ein Workshop mit Vertretern der EU- und Landesebene. Die Regionalmanager berichteten von den administrativen Herausforderungen, vor denen LEADER-Akteure und Antragsteller mitunter stehen. Die Kernfrage der Regionalmanagements, die als Bindeglied zwischen Antragstellern und dem EU-Förderprogramm fungieren, lautete "wo liegt die Ursache für die hohen, bürokratischen Hürden, die das Antragsverfahren mit sich bringt?".

Als Vertreter der EU-Kommission erläuterte Peter Kaltenegger, Leiter des Referats Deutschland und Österreich in der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, dass die Regelungen der EU bereits heute einfacher gehandhabt werden könnten. Jedoch führt die Gefahr von Anlastungen, also das Hochrechnen von einzelnen Verfahrensfehlern zu einem Vielfachen an Strafzahlungen, dazu, dass LEADER von den ausführenden Länderbehörden möglichst fehlerfrei und damit auch aufwändig ausgestaltet wird. Die EU-Kommission sieht für die Zukunft vor, Anlastungen abzuschaffen. So wäre es dann die Aufgabe der Länder für Vereinfachungen zu sorgen und das Förderprogramm anwenderfreundlicher zu machen.

Die Regionalmanager kommunizierten ihre Anliegen auch in weiteren Gesprächen mit Europaabgeordneten, dem Ausschuss der Regionen, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU sowie weiteren Verbänden und kommunalen Interessenvertretern in Brüssel. Der über die Bürogemeinschaft der Europabüros der baden-württembergischen, bayerischen und sächsischen Kommunen organisierte Austausch von Theorie und Praxis war dabei stets geprägt vom gegenseitigen Interesse, die ländlichen Räume auch weiterhin durch LEADER zu stärken.

(Pressemitteilung der LEADER-Aktionsgruppe Jagstregion vom 07.06.2018)