Erste Projekte der Jagstregion auf den Weg gebracht

Zum ersten Mal in der neuen Förderperiode hat die LEADER-Aktionsgruppe Jagstregion Projekte für eine Förderung ausgewählt. Neun Projekte mit einem Fördervolumen von rund 739.000 € EU-Mittel und 57.000 € Landesmittel kamen dabei zum Zuge.

LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem ländliche Räume kulturell, sozial und wirtschaftlich weiterentwickelt werden. Das Land Baden-Württemberg unterstützt dieses Programm zusätzlich mit Landesmitteln. LEADER zielt auf die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Projektauswahl ab. So können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich im LEADER-Verein "Bürgerschaftliche Regionalentwicklung Jagstregion" engagieren. Der Verein hat ein Entscheidungsgremium gewählt, welches anhand festgelegter Kriterien die eingegangenen Projekte bewertet und für eine LEADER-Förderung auswählt.

Im ersten Projektaufruf der Jagstregion sind bis zum Stichtag im Dezember dreizehn Projekte mit einem Mittelbedarf von circa 1,1 Millionen Euro eingereicht worden. Unter Berücksichtigung des ausgelobten EU-Budgets von 740.000 Euro wurden neun Projekte für eine LEADER-Förderung ausgewählt. "Die eingereichten Projekte waren alle sehr vielversprechend, da war die Entscheidung nicht einfach", berichtet Landrat Klaus Pavel, der selbst dem Entscheidungsgremium angehört. Die beschlossenen Projekte dürfen vorbehaltlich der Bewilligung durch das Regierungspräsidium in Stuttgart mit einer LEADER-Förderung rechnen. Die Vorsitzende des LEADER-Vereins, Frau Regina Gloning, freut sich darüber, die ersten Projekte auf den Weg gebracht zu haben: "Endlich wird unser regionales Entwicklungskonzept Realität."

Die beschlossenen Projekte sind ganz unterschiedlicher Art und spiegeln die vielfältigen Möglichkeiten einer LEADER-Förderung wider. Freuen dürfen sich vier private und fünf kommunale Antragsteller:

In Frankenhardt-Stetten entsteht aus einem ehemaligen Fahr-Silo eine neue Sportstätte. In der zukünftigen Sportscheune wird ein umfangreiches Kursangebot für alle Altersgruppen angeboten. Die Sportscheune wird von einer Trainerin betrieben und kann auch von anderen Trainern und Sportgruppen angemietet werden.
Das Unternehmen "hallokinder" baut in seinem zukünftigen Betriebssitz in Stimpfach den "hallotreff" auf: Durch Mehrgenerationenangebote soll hier ein neuer Treffpunkt für Stimpfach und die Region entstehen. Zudem wird ein kleiner Laden mit regionalen Produkten und Lebensmitteln eingerichtet.

Zwei Projekte sind auf dem Tempelhof bei Kreßberg geplant. Die ehemalige Kapelle auf dem Gelände wird zu einem Kunst- und Kulturraum umgestaltet. Dort ist ein regelmäßiges Kulturprogramm geplant, das den ländlichen Raum kulturell beleben wird.
Als erste Veranstaltung wird im Herbst 2016 das Künstlersymposium "Soziale Skulptur am Tempelhof" durch Fördermittel unterstützt. Hierzu werden Künstler eingeladen, die innerhalb einer Woche unter den Augen der Öffentlichkeit Arbeiten zum Thema ausarbeiten werden. Daneben wird ein umfangreiches Rahmenprogramm wie Vorträge und Workshops angeboten.

Das Natur- und Heimatmuseum der Stadt Vellberg wird mit der LEADER-Förderung eine neue Ausstellung zum paläontologischen Sensationsfund der Urschildkröte Pappochelys gestalten. Damit wird dieser Schatz der Heimat vor Ort erlebbar gemacht.

Am Naherholungsgebiet Bucher Stausee werden zwei Projekte umgesetzt: Es entsteht ein Römischer Wasserspielplatz, der für Kinder vielfältige Spielangebote schafft. Bei der Gestaltung wird die römische Geschichte des Ortes aufgegriffen. Weiter werden an zwei Standorten neue Zugänge zum Wasser errichtet, um den Einstieg in den See zu erleichtern und neue Aufenthaltsgelegenheiten zu schaffen.
Die Stadt Lauchheim wird zwischen der Stadtmitte und dem Baugebiet "Rotes Feld“ einen Stadtpark an der Jagst verwirklichen, der zum Zentrum für naturnahe Naherholung der Stadt werden soll. Großer Wert wurde dabei auf die Integration des 2009 erstellten Sportentwicklungsplans gelegt.

Auf dem Zeugenberg Ipf werden zur Rekonstruktion des keltischen Rechteckhofs Bugfeld bei Kirchheim am Ries die noch fehlenden Gebäude wie ein Gruben- und Vorratshaus sowie ein Gesindehaus nach historischen Vorbild errichtet. Die gesamte Freilichtanlage wird als Archäo-Park Ipf Besuchern frei zugänglich sein.
Insgesamt lösen die Projekte ein Investitionsvolumen von rund 2,1 Millionen Euro aus.

Der nächste Projektaufruf erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2016. Potenzielle Projektträger und andere Interessierte können sich bei Fragen an das LEADER-Regionalmanagement der Jagstregion mit Sitz im Rathaus Rosenberg wenden. Außerdem informiert die Internetseite www.jagstregion.de über Veranstaltungen in der Region, verschiedene Themen, Fristen und Stichtage.



Externe Links


LAG Jagstregion
Pressemitteilung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur LEADER-Urkundenübergabe

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Pressemitteilung 001/2015 Staatsministerium B-W zum EU-Programm LEADER vom 07.01.2015