Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zur Gesundheitsvorsorge

Aus gesundheitlichen Gründen muss eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners dort in Erwägung gezogen werden, wo der Kontakt mit den Brennhaaren nicht vermieden werden kann oder besonders schutzbedürftige Personengruppen betroffen sind. Eine Bekämpfung darf nur von Fachleuten mit entsprechender Sachkunde und Schutzbekleidung durchgeführt werden.

Vorbeugende Bekämpfung:

Den wirksamsten Schutz vor den Brennhaaren erreicht man, indem bereits im April/Mai im Vorjahr befalle Bäume mit einem Pflanzenbehandlungsmittel gegen freifressende, blattfressende Schmetterlingsraupen besprüht werden. Dadurch werden die Raupen beseitigt, bevor überhaupt Brennhaare entstehen. Nachteilig ist, dass man zum Zeitpunkt der Behandlung die Raupen noch nicht sieht und daher nur "auf Verdacht" Bäume behandeln kann, die im Vorjahr befallen waren. Für die Behandlung von Einzelbäumen kommen spezielle Sprühgeräte und Hubsteiger zum Einsatz. Sind ganze Waldgebiete betroffen, kann das Pflanzenbehandlungsmittel nur mit dem Hubschrauber ausgebracht werden.

Die prophylaktische Bekämpfung wird in der Regel mit Dipel ES® durchgeführt. Dipel ES® ist ein biologisches Pflanzenbehandlungsmittel. Wirksame Substanz ist ein Kristallinprotein, das von einem Bakterium, dem Bacillus thuringiensis, gebildet wird. Das Kristallinprotein, das mit den Eichenblättern aufgenommen wird, verletzt die Darmwand der Raupen, die Nahrungsaufnahme wird eingestellt.

Hinweis: Foray ES ist ein biologisches Biozid (Def.: Präparat gegen Schädlinge zum Schutze der Gesundheit des Menschen). Es ist identisch mit dem Produkt Dipel ES®, das in gleicher Weise für Pflanzenschutzmaßnahmen eingesetzt wird.

Es sind keine schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische bekannt.

Dipel ES® ist ausschließlich wirksam gegen Schmetterlingsraupen, andere laubfressende Insektenlarven werden nicht geschädigt. Es zeigt keine Wirkung auf adulte Schmetterlinge und übrige adulte Insekten.

Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).

Weitere Informationen zum Bacillus thuringiensis finden Sie auf der Internetseite des Julius-Kühn-Instituts (siehe externer Link).
Eine Liste mit Adressen von Fachleuten finden Sie im Download-Bereich.
Hinweise zum richtigen Bekämpfungszeitpunkt siehe Aktuelles.

Akute Bekämpfung:

Ab Ende Mai bilden die Raupen die gefürchteten Brennhaare aus. Die Raupen werden dann auch vom Boden aus sichtbar und bilden erste Gespinste. Eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Einzelbäume können dann nur noch mechanisch behandelt werden. Der günstigste Zeitpunkt dafür ist Ende Juni/Anfang Juli, wenn sich die Eichenprozessionsspinner zur Verpuppung in die Gespinstnester zurückziehen. Die Puppenruhe dauert drei bis fünf Wochen. Die Ausführung aller im Folgenden beschriebenen Methoden ist Sache spezialisierter Firmen!
  • Fixieren der Brennhaare in den Gespinstnestern (z.B. durch Wasserglas oder Haarspray) Abnehmen der Nester in dichtes Behältnis, Entsorgung in der Müllverbrennung.
  • Absaugen der Nester mit einem Spezialgerät.
Bei beiden Methoden ist bei einer entsprechenden Baumgröße ein Hubsteiger erforderlich. Unabdingbar sind Arbeitsschutzmittel wie vollständig geschlossener Schutzanzug, Atemschutzmaske, Schutzbrille und Handschuhe.

Nicht empfehlenswert ist das Abflammen (Brandgefahr, Verteilen der Brennhaare) und das Abspritzen der Nester mit einem Wasserstrahl (Verteilen der Brennhaare).

Wer hilft?

Die u.g. Ansprechpartner stehen für Fragen zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Wald im Ostalbkreis:Landratsamt Ostalbkreis
Wald und Forstwirtschaft
Telefon 07361 503-1662
E-Mail: forstdezernat(at)ostalbkreis.de

Öffentliches Grün, Parks, Friedhöfe:Ordnungsämter der Städte und Gemeinden



Externe Links


Julius Kühn-Institut (JKI)

Download


Dienstleister mechanische Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung