Hilfe für versauerte Waldböden - Bodenschutzkalkung im Ostalbkreis 2019

Wie die Forstbehörde beim Landratsamt Ostalbkreis mitteilt, findet ab 1. August 2019 auf Staatswaldflächen der Reviere Adelmannsfelden, Schäufele, Bühler und Eschach eine Bodenschutzkalkung vom Hubschrauber aus statt. Zusätzlich wird im Revier Adelmannsfelden auch Privat- und Kommunalwald gekalkt. Die zu kalkenden Waldgebiete reichen von Frickenhofen im Westen bis nach Abtsgmünd im Osten sowie Adelmannsfelden im Norden und grenzen dort an den Nachbarlandkreis Schwäbisch Hall an. Je nach Wetterlage wird die Maßnahme rund fünf Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit kann der Waldzutritt räumlich eingeschränkt sein.

Mit der Ausbringung von Kalk sollen die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt werden. Eine gute Basis für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben, beispielsweise als Wasserfilter und Erholungsraum. Baden-Württemberg setzt seit rund zehn Jahren Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser für die Bodenschutzkalkung ein, die entweder mit Hubschrauber ausgebracht oder mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen werden. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht.

In den berührten Waldgebieten kommt es während der Ausbringungsarbeiten zu Wegesperrungen. Die Waldbesucher werden gebeten, die Sperrhinweise zu beachten, denn es ist mit einem erhöhten LKW-Verkehr aufgrund der Materialanlieferungen sowie gelegentlich herabstürzenden Klumpen verbackenen Kalkstaubs aus dem Streukübel des Helikopters zu rechnen. Auf Grund des Kalkstaubs ist es angebracht, vor dem nächsten Waldbesuch einen Regenschauer abzuwarten, der den Kalkstaub in den Boden spült, wo er auch hin soll.

Bodenversauerung
Die zunehmende Industrialisierung insbesondere im 20. Jahrhundert hat den Zustand der Waldböden nachhaltig beeinflusst. Massive Säureeinträge in den Boden haben dazu geführt, dass Nährstoffe ausgewaschen wurden, und es entstand ein für viele Bodenlebewesen zu saures Milieu. Als Folge sind viele Waldböden in ihrer Funktion als Trinkwasserfilter, Pflanzenstandort und Lebensraum nur noch eingeschränkt funktionsfähig. Die Schäden durch die Bodenversauerung aus der Vergangenheit können die Waldböden allenfalls nur zu Teilen selbständig regenerieren, was den Wald als Ökosystem und seine Funktion belastet. Mit dem Kalkungskonzept von ForstBW soll ein natürlicher Bodenzustand als Grundlage für einen Wald mit hoher Biodiversität und guten Voraussetzungen für den bevorstehenden Klimawandel erreicht werden.

Bodenschutzkalkung im Ostalbkreis
Die Planung, Ausschreibung und Überwachung der Durchführung übernimmt die Untere Forstbehörde des Ostalbkreises. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden zahlreiche landesweit erfasste Informationen über den Bodenzustand durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg herangezogen und durch Bodenproben vor Ort ergänzt. Auf diesen Grundlagen werden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage der Kalkungsmaßnahme dienen. Darin sind bereits Kalkungsflächen, kalkungsempfindliche Ausschlussbereiche, die geeignete Materialmischung und eine Empfehlung zur Art der Ausbringung dargestellt. Auf Grundlage dieser Karten erfolgt eine Abstimmung mit der Naturschutz- und Wasserbehörde. Die Kalkungsmaßnahmen werden anschließend ausgeschrieben und die Durchführung der Maßnahme vor Ort von den Forstleuten überwacht.

Förderung für Waldbesitzende
Die Europäische Union fördert die Bodenschutzkalkung für Waldbesitzende unter 30 ha mit 100 Prozent der entstehenden Kosten. Lediglich die Umsatzsteuer ist nicht förderfähig und muss vom Eigentümer selbst getragen werden. Waldbesitzende über 30 ha werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert. Die Preise differieren je nach Ausbringungsverfahren sowie dem ausgebrachten Material.

Weitere Unterlagen sind bei der Unteren Forstbehörde erhältlich.