Freundschaften auf der Ostalb: Frauengruppe Feminismus interreligiös - Mit echtem Interesse, Liebe und dem klaren inneren Wunsch nach Verständigung entstehen Bindungen

2012 fanden sich einige muslimische und christliche Frauen zusammen, die für einen Projektantrag ihre Idee eines interreligiösen Austausches konkretisieren wollten. Heraus kam die Vision von "Feminismus interreligiös". Auch wenn der Antrag letzten Endes nicht zum Zuge kam, so war den Frauen klar: Das machen wir trotzdem!

Die Idee eines offenen religiösen Austausches unter Frauen begeisterte die Frauen. Im Januar 2013 ging es los. Alle Frauen suchten den religiösen Dialog auf Augenhöhe, waren neugierig auf die Frauen der anderen Religion und getragen vom Respekt für den Glauben der anderen Frauen. In großer Offenheit und im humorvollen Miteinander lernten die Frauen voneinander, diskutierten und erlebten so manche Überraschung.

Feminismus interreligiös zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Abend ein bestimmtes religiöses Thema hat und jeder Abend wird inhaltlich und methodisch von einem interreligiösen Frauen-Tandem vorbereitet. So entsteht schon vor dem Treffen eine besondere Verbindung der beiden vorbereitenden Frauen, in die dann beim Themenabend die anderen Frauen völlig selbstverständlich aufgenommen werden. Jeder Abend ist ein Highlight. Die spezielle Atmosphäre in der Gruppe trägt dazu bei, dass sich alle Frauen einbringen können und zwar als eigenständiges Individuum und nicht nur als Vertreterin ihrer Religion. Dies macht den besonderen Charme der Gruppe und der Diskussionen aus.

So ist über die Jahre aus der Diskussionsrunde eine "Freundinnenrunde" geworden, die einen ganz eigenen Wert für alle Frauen hat. Lachen und Weinen, nachdenken und diskutieren – alles hat seinen Platz in dieser Gruppe von Freundinnen. Berufliche Entwicklungen und familiäre Ereignisse werden geteilt; so konnte die Gruppe schon drei Frauen zu ihren neugeborenen Mädchen gratulieren.

Das Interesse füreinander und die Neugierde auf die anderen Frauen ist nach wie vor wach und trägt wesentlich zum Gelingen der Freundschaft bei. Manchmal bedarf es auch in dieser "Freundinnengruppe" der Anstrengung und einer erneuten Selbstvergewisserung, aber sogar dies ist gemeinschaftsstärkend. Eigentlich kann die Frauengruppe als ein Modell des gelingenden Miteinanders gesehen werden:

"Mit echtem Interesse, Liebe und dem klaren inneren Wunsch nach Verständigung entstehen Bindungen, die tragen. So einfach ist das!"