Erläuterungen zum Grad der Behinderung und zu den Merkzeichen

Menschen sind nach § 2 Absatz 1 SGB IX behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung (GdB) nach Zehnergraden abgestuft bewertet. Gesundheitsstörungen, die keinen GdB von mindestens 10 bedingen, gelten nicht als Behinderung. Der GdB ist unabhängig vom ausgeübten oder angestrebten Beruf zu beurteilen. Aus dem GdB ist nicht auf das Ausmaß der Leistungsfähigkeit zu schließen.

  • Gesundheitsstörungen, die keinen GdB von mindestens 10 bedingen, gelten nicht als Behinderung.
  • Liegen mehrere Beeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vor, wird der Gesamt-GdB nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen bewertet. Hierbei dürfen die einzelnen GdB-Werte nicht addiert werden.
  • Eine Feststellung durch die Versorgungsverwaltung ist nur zu treffen, wenn insgesamt ein GdB von wenigstens 20 vorliegt.
  • Schwerbehindert sind Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50.

Grundlage für die Bewertung des GdB bei den verschiedenen Gesundheitsstörungen sind die Versorgungsmedizinischen Grundsätze (Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10.12.2008). Diese können beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales gegen Entrichtung einer Schutzgebühr bestellt oder von der Homepage des Ministeriums (siehe Link) unter dem Suchbegriff "Versorgungsmedizin" kostenlos heruntergeladen werden.

Die wichtigsten Merkzeichen und Nachteilsausgleiche

Merkzeichen G
Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
-> wahlweise zur Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr mit Eigenanteil oder Kraftfahrsteuerermäßigung von 50 % berechtigt.

Merkzeichen Gl
Gehörlose Personen oder Hörbehinderte, bei denen die Taubheit grenzende Schwerhörigkeit angeboren oder in der Kindheit erworben worden ist
-> wie Merkzeichen G.

Merkzeichen B
Die unentgeltliche Beförderung einer Begleitperson eines schwerbehinderten Menschen im öffentlichen Personenverkehr wird ermöglicht.

Merkzeichen H
Hilflos im Sinne des Einkommensteuergesetzes (Bedarf an regelmäßig wiederkehrender Hilfe zur Sicherung der persönlichen Existenz)
-> Freibetrag in Höhe von 3.700,00 € bei der Einkommensteuer.

Merkzeichen aG
Schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung (z.B. Querschnittsgelähmte)
-> Parkerleichterungen im Straßenverkehr, Kraftfahrzeugsteuerbefreiung.

Merkzeichen RF
Blinde, Sehbehinderte mit einem GdB von wenigstens 60, Hörgeschädigte mit GdB wenigstens 50 oder behinderte Menschen mit einem GdB von wenigstens 80, die wegen ihres Leidens an öffentlichen Verstaltungen ständig nicht teilnehmen können.
-> Ermäßigung des Rundfunkbeitrags.

Merkzeichen Bl
Blind (vollständiges Fehlen des Augenlichts).

Merkzeichen TBl
(Taubblind) GdB für Hörstörung mindestens 70 und GdB für Sehminderung 100



Externe Links


Bundesministerium für Arbeit und Soziales