"Das ist normal, dass es auch mal kracht!" - Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Ostalbkreises bietet für familiäre Herausforderungen in der Coronakrise Beratung an

Auf Grund der Ausbreitung des Coronavirus können zahlreiche Menschen nicht zur Arbeit, die Kinder können nicht in Kindergärten und Schulen und öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder und Kultureinrichtungen sind geschlossen. Dazu kommt, dass Familien aufgefordert sind, im häuslichen Umfeld zu bleiben und unnötige soziale Kontakte zu vermeiden. Diese Verbote schränken in erheblichem Ausmaß unser Sozialleben und unsere Gemeinschaft ein. Aber einzig mit diesen Einschränkungen können wir die sozialen Kontakte verringern und verhindern, dass das Virus sich ungehindert verbreitet.

So sind Eltern von heute auf morgen mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert:

  • Auf einmal ist die ganze Woche über Wochenende: die komplette Alltagsstruktur gibt es nicht mehr – der Alltag muss neu strukturiert werden, neue Regeln und Abläufe müssen gefunden werden. Das verunsichert alle in der Familie.
  • Den Kindern fehlen ihre Freunde und ihre Freizeitmöglichkeiten, ihre Trainingszeiten in Vereinen, ihre Musikschulstunden, ihre Spielplatzfreunde, ihre Treffen außerhalb der Familie. Den Kindern fehlen ihre Freunde, ihnen ist nach kurzer Zeit langweilig – der ganzen Familie kann buchstäblich "die Decke auf den Kopf fallen".
  • Manche Kinder stehen vor einem Berg an Hausaufgaben und brauchen Hilfe bei der Strukturierung. Die einen erledigen die Aufgaben innerhalb eines halben Tages, die anderen würden das am liebsten ganz nach hinten schieben.
  • Auch für manche Eltern ist der Schulstoff fremd und sie sehen sich nicht in der Lage, den Kindern angemessen zu helfen.
  • Gerade Jugendliche, die kurz vor Schulabschlussprüfungen stehen, entwickeln in dieser Situation unter Umständen Ängste.
  • In vielen Familien gibt es bezogen auf die wirtschaftliche Entwicklungen Existenz- und Zukunftsängste, die durch die Coronakrise ausgelöst werden: was ist mit meinem Arbeitsplatz, mit meinem Einkommen, mit meiner Existenz als Selbstständige/ Selbstständiger? Diese Ängste gehen auch an den Kindern nicht spurlos vorbei.
  • Auch Kinder fragen nach Corona, machen sich Sorgen um sich, um die Eltern und Großeltern, sehen möglicherweise Dinge und hören von Sachen, die sie nicht einordnen können. Auch sollen Eltern beruhigen, obwohl sie selbst in großer Sorge um ihre Gesundheit und die ihrer Familie und Freunde sind. Spannungen entladen sich in Wut und Aggression, gerade weil man sich machtlos fühlt angesichts der enormen Herausforderungen.
  • Andere schwärmen von den Chancen, die durch den Rückzug ins häusliche Umfeld entstehen und von der Rückbesinnung auf das Wesentliche im Leben. Die Psychologie weiß, dass es gerade auch in Zeiten, in denen die Erwartungen an Zusammenhalt und Harmonie in den Familien (z.B. an Weihnachten) vermehrt zu Konflikten und Spannungen in der Familie kommt.

Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Ostalbkreises möchte deshalb ihr Beratungsangebot zur Verfügung stellen. Über die E-Mail-Adresse corona-familienberatung@ostalbkreis.de stehen die Teammitglieder der Beratungsstelle als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. "Bitte teilen Sie in einer E- Mail Ihr Anliegen und Ihre Sorgen mit sowie eine Telefonnummer, unter der wir Sie dann zurückrufen können", informiert Astrid Hark-Thome, die Leiterin der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Landratsamts Ostalbkreis.