Großraum- und Schwerlastverkehr

Erlaubnis gem. § 29 Abs. 3 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
Je mehr ein Fahrzeug von den gesetzlichen Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) abweicht, desto weniger kann sich der Halter darauf verlassen, einen geeigneten Fahrtweg vorzufinden. § 29 Abs. 3 StVO verlangt deshalb neben der fahrzeugtechnischen auch noch eine "verkehrstechnische", streckenbezogene Prüfung des Transportes. Wenn ein Fahrzeug oder eine Fahrzeugkombination bei einer Fahrt tatsächlich die in der StVZO festgelegten Maße und/oder Gewichte überschreitet bzw. kein ausreichendes Sichtfeld bietet, liegt Erlaubnispflicht vor.

Ist eine Erlaubnis nach § 29 StVO erforderlich, bedarf es in der Regel auch einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO. Diese wird von den Regierungspräsidien ausgestellt und ist der zuständigen Straßenverkehrsbehörde bei Antragsstellung vorzulegen.

Ausnahmegenehmigung gem. § 46 StVO

Eine Ausnahmegenehmigung gem. § 46 StVO ist immer dann erforderlich, wenn Ausnahmen von den Vorschriften über
  • Höhe
  • Länge und
  • Breite
für ein Fahrzeug bedingt durch die Ladung erforderlich sind.

Ein Antrag auf Durchführung eines Großraum- oder Schwertransports ist erforderlich, wenn das Fahrzeug allein oder mit Ladung folgende Maße oder Gewichte überschritten hat:

Höhe:
Alle Fahrzeuge: 4,00 m

Breite:
Kraftfahrzeuge und Anhänger, selbstfahrende Arbeitsmaschinen: 2,55 m
Kühlfahrzeuge: 2,60 m
Land- und Forstwirtschaftliche Fahrzeuge, Fahrzeuge mit Anbaugeräten für die Straßenunterhaltung: 3,00 m

Länge:
Kraftfahrzeuge und Anhänger: 12,00 m
Sattelkraftfahrzeug: 16,50 m
Sattelkraftfahrzeug (Zugmaschine + Auflieger): 15,50 m
Gliederzug: 18,75 m
Gliederzug (Lkw mit Anhänger): 18,00 m

Achslasten: siehe § 34 Abs. 4 StVZO
z.B. Einzelachse: 11,5 t (angetrieben)

Gewicht: siehe § 34 Abs. 5 StVZO
z.B. Kraftfahrzeuge und Anhänger (mit je 2 Achsen): 18,00 t

Zuständigkeit
Die Erlaubnis und Ausnahmegenehmigung erteilt die Straßenverkehrsbehörde,
  • in deren Bezirk der Transport beginnt, oder
  • in deren Bezirk der Antragsteller
    - seinen Wohnort,
    - seinen Sitz oder
    - eine Zweigniederlassung hat.
Im Ostalbkreis sind diese neben dem Landratsamt auch die Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd.

Verfahrensablauf
Die Antragstellung erfolgt in der Regel elektronisch über VEMAGS (Verfahrensmanagement für Großraum- und Schwertransporte). Eine kostenlose Registrierung ist erforderlich.
Nach Antragstellung müssen zunächst die Zustimmungen von den betroffenen Straßenverkehrsbehörden eingeholt werden. Daher empfiehlt es sich, den Antrag rechtzeitig, mindestens 14 Tage vor Transportbeginn zu stellen.



Externe Links


Aalen, Große Kreisstadt (Straßenverkehrsbehörde)
Ellwangen, Große Kreisstadt
Schwäbisch Gmünd, Große Kreisstadt
VEMAGS - Verfahrensmanagement für Großraum- und Schwertransporte