Kreistag beschließt Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene

Als erster Landkreis in Baden-Württemberg wird sich der Ostalbkreis auf Beschluss seines Kreistags vom 18. Februar 2014 der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene anschließen. Dieser Beschluss markiert den Startschuss für die Erarbeitung eines Aktionsplanes unter Federführung der Gleichstellungsbeauftragten des Ostalbkreises, der speziell auf die Verbesserung der Situation der Frauen im Landkreis zugeschnitten ist.

Mit diesem Votum des Kreistags tritt der Ostalbkreis einer Aktionsgemeinschaft bei, die bislang 1.378 Kommunen in Europa aus 29 Ländern umfasst, davon 35 aus Deutschland unter anderem die Städte Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Stuttgart sowie die Kreise Göttingen, Neunkirchen, Rain-Sieg-Kreis und Steinfurt. "Die Charta ist ein wichtiger neuer Gesichtspunkt bei der inhaltlichen Weiterentwicklung der Standortanalyse und Kreisentwicklung unseres Ostalbkreises", betonte Landrat Klaus Pavel. "Frauen spielen eine zentrale Rolle für die Beschäftigung und das Wachstum, ihre Qualifikationen und alente sind für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unverzichtbar." Mit dem Beitritt und der Unterzeichnung der Charta ist der Ostalbkreis der erste Landkreis in Baden-Württemberg, der mit deutlich sichtbarem Einsatz für die gleichen Lebenschancen von Frauen und Männern eintritt und Möglichkeiten aufzeigt, mit denen der erforderliche Wandel auf der kommunalen Ebene unterstützt werden kann. Unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragten des Ostalbkreises, Ingrid Krumm, wird nun ein Gleichstellungsaktionsplan erarbeitet. Unterstützend wird auch eine Gleichstellungskommission eingerichtet, der u.a. Mitglieder des Kreistags angehören werden.

Die EU-Charta beinhaltet sechs Grundsätze:
  • Das Grundrecht der Gleichstellung von Frauen und Männern flächendeckend umzusetzen
  • Diskriminierungen und Benachteiligungen zu bekämpfen.
  • Eine ausgewogene Mitwirkung von Frauen und Männern an Entscheidungsprozessen sicherzustellen.
  • Geschlechterstereotypen zu beseitigen als grundlegende Bedeutung für die Gleichstellung.
  • Die Einbeziehung der Geschlechterperspektive in alle Aktivitäten von Lokal- und Regionalregierungen.
  • Aktionspläne und Programme als notwendige Instrumente für die Umsetzung.

Mit der Unterzeichnung der Charta erklärt sich der Ostalbkreis bereit, die Grundsätze der Charta anzuerkennen. Außerdem verpflichtet er sich, innerhalb von zwei Jahren ab Unterzeichnungsdatum einen ersten Gleichstellungsaktionsplan zu entwickeln und in diesem Ziele, Prioritäten, Maßnahmen und Ressourcen festzulegen und einen Zeitrahmen für deren Umsetzung darzulegen. Zu diesem Gleichstellungsaktionsplan müssen vor Annahme eine Vielzahl von Meinungen eingeholt werden. Nach seiner Annahme muss für seine weitere Verbreitung gesorgt und über die gemachten Schritte öffentlich berichtet werden. Außerdem müssen alle Maßnahmen zweijährlich evaluiert werden, um die Fortschritte beurteilen zu können.

Vor dem Beschluss des Kreistags, die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene zu unterzeichnen, hatte die Gleichstellungsbeauftragte, Ingrid Krumm, über die aktuelle Situation der Gleich-stellung im Ostalbkreis berichtet. Die Vorsitzende des im vergangenen Herbst neu gegründeten Kreisfrauenrates Ostalb e. V., Margot Wagner, hatte über den neugegründeten Verein informiert, zu dessen wesentlicher Forderung u.a. auch die Unterzeichnung der Charta gehört.