Hilfe für den Waldboden aus der Luft - Bodenschutzkalkung stabilisiert das Waldökosystem

Pressemitteilung: 427 vom 07.12.2011
Auf einer Waldfläche von rund 280 Hektar startet in den nächsten Tagen eine von der Forstverwaltung des Ostalbkreises koordinierte Bodenschutzkalkung. Mit der Ausbringung von Kalk sollen die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden wieder verbessert werden. Dadurch wird die Stabilität der Waldökosysteme erhöht.

Gekalkt werden Staatswaldflächen im Umfeld von Oberkochen in den Waldgebieten Kohlhau, Eselbuch und Bilz. Ansprechpartner vor Ort ist die untere Forstbehörde im Landratsamt Ostalbkreis. Ausgebracht wird der Kalk in Form eines feinen Granulats vom Hubschrauber aus. "Ausgebracht wird eine Menge von ca. 3,5 t Kalk je Hektar. Mit jedem Flug können ca. 800 kg Kalk auf 0,2 ha Fläche ausgebracht werden", informiert Michael Thorwarth von der Kreisforstverwaltung, der die Aktion koordiniert, "wobei jeder Flug etwa 90 Sekunden dauert. Der Kalktrichter wird mit einem Radlader befüllt, während der Hubschrauber in der Luft schwebt."

Die anhaltenden Schadstoff-Immissionen aus Verkehr, Industrie und Haushalten führen bei Waldböden zur Versauerung der Oberböden. Die Versauerung wirkt sich negativ auf das Waldökosystem aus, Nährstoffe werden ausgewaschen und die Feinwurzeln der Bäume geschädigt. Im Boden gebundene Schadstoffe können frei gesetzt werden und ins Grundwasser gelangen. Mit der Kalkungsaktion soll auf den ausgewählten Waldflächen der Versauerung entgegengewirkt werden. Der Zustand der Waldböden, insbesondere die Bedingungen für Bodenlebewesen, die Durchlüftung, die Wasserspeicherfähigkeit und die Durchwurzelung des Bodens werden dadurch verbessert. Die Stabilität des Waldes wird erhöht und die Trinkwasserqualität in den Waldeinzugsgebieten wird langfristig erhalten.

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. Die betroffenen Waldgebiete werden während der Ausbringungsphase teilweise gesperrt. Die Waldbesucher werden gebeten, die entsprechenden Sperrhinweise zu beachten.