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Teil 2: Chancen der stationären Pflege

Dem Alltag mehr Leben geben
Situation aus dem Alltag in einer Pflegeeinrichtung  
Ostalbkreis
Großbildansicht Situation aus dem Alltag in einer Pflegeeinrichtung
Leben und Wohnen in einem Pflegeheim: "Nein, das kommt für mich nicht in Frage!". 90% der Bundesbürger antworten auf diese Frage so oder ähnlich. Diese unreflektierte Antwort erhält man, da niemand sich gerne mit dem Thema Altsein, Krankheit und Pflegebedürftigkeit beschäftigen möchte. Der Gedanke daran wird weit weggeschoben, und erst im akuten Fall setzt man sich damit auseinander. Daher kennen sehr wenige Menschen ein Pflegeheim oder eine Senioreneinrichtung von innen. Und die, die sich informieren, sind überrascht welche Vielfalt an Aktivitäten, Beschäftigungen, Präventionsmaßnahmen und persönlichen Bindungen gelebt wird. Daher werden die Chancen und Möglichkeiten der stationären Pflege in vielen Fällen unterschätzt. In Gesprächen mit Bewohnern und Angehörigen wird dies vielmals bestätigt. Von der anfänglichen Skepsis beim Einzug ist in kürzester Zeit nichts mehr zu spüren.

Die Realität der älteren auf Hilfe angewiesenen Menschen in den Wohnungen und Häusern sieht jedoch oft anders aus. In den eigenen vier Wänden droht vielmals die Vereinsamung, wenn pflegende Angehörige fehlen, es kein auffangendes Netz an Bekannten, Freunden oder an anderen informellen Hilfsnetzen gibt. Konsequenzen können ein rascher geistiger Abbau, eine zunehmende Immobilität und psychische Veränderungen sein, um nur einige zu nennen.
Auch der Bevölkerungsanteil an Demenz erkrankten nimmt stetig zu. Gerade sie brauchen eine fördernde und sichere Umgebung.

Die Einrichtungen der Altenpflege entwickeln deshalb eigenständige Konzepte in den verschiedenen Häusern und setzen diese um. Der Alltag wird durch strukturierte und routinierte Abläufe nach dem Prinzip der Normalität gestaltet. Ziel ist es, eine an der Normalität orientierte Lebenswelt zu schaffen.

Die Individualität jedes einzelnen Bewohners steht im Vordergrund und ist Ausgangspunkt für eine professionelle Pflege. Körperliche und geistige Ressourcen werden gezielt gefördert. In einem gemischten Angebot, ausgerichtet an den Interessen und kognitiven Fähigkeiten, findet jeder seine passende Beschäftigung, um aktiv gegen das Vergessen und Einrosten zu arbeiten. Nicht nur für die "Freizeitbeschäftigung" wird gesorgt, sondern es wird gezielt durch präventive Maßnahmen im Bereich des Kraft- und Balance-Trainings gegen die Immobilität angegangen. Experten im Bereich der Wundversorgung, Inkontinenz und Schmerzen haben heute fast alle stationären Einrichtungen.

Auch sind die stationären Einrichtungen heute ein Ort der Begegnung: Angehörige, Tierbesuchsdienste, Ehrenamtliche, Schulen und Kindergärten kommen in die Einrichtungen und bereichern dort das Leben. Die Einrichtungen verstehen sich als ein Teil des Gemeinwesens und möchten sich durch ihre fachspezifische Kompetenz mit einbringen. Leben in einer Pflegeeinrichtung bietet Chancen und Möglichkeiten, die oft viel zu wenig beachtet werden, darin sind sich die Projektpartner der Initiative "Mit Herz, Hand und Verstand" einig und werben dafür, sich frühzeitig mit dem Thema Alter und Pflege und dem dichten Netzwerk, dass es inzwischen im Ostalbkreis für alle Pflegesituationen gibt, auseinander zu setzen.