Limestor Rainau-Dalkingen

Das Limestor Dalkingen ist ein in seiner Art einzigartiges Kulturdenkmal am Obergermanisch-Rätischen Limes. Seit 2005 gehört die unter Kaiser Caracalla zur Triumphpforte ausgebaute Anlage zusammen mit der gesamten römischen Grenzbefestigung zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist Teil des 1972 eingerichteten Freilichtmuseums am rätischen Limes, zu dem auch das nahe Kastell Buch und dessen Zivilsiedlung gehört. Das Tor liegt heute zwischen den Dörfern Schwabsberg und Dalkingen im Ostalbkreis.

 So finden Sie zu uns
Parkempfehlung: Parkplatz Limestor Rainau-Schwabsberg
Bushaltestelle: Gasthof Goldenes Lamm, Schwabsberg
Vom Bahnhof Schwabsberg zum Limestor: 1,6 km / ca. 20 Minuten Fußweg
Vom Parkplatz Limestor zum Limestor: 650 m / ca. 8 Minuten Fußweg
Vom Parkplatz Jagsttalhalle Schwabsberg zum Limestor 1,4 km / ca. 18 Minuten Fußweg


Landrat und Regierungspräsident legten Grundstein für Schutzhaus

Nach mehrjähriger Planung war es soweit: Am Montag, 29. März 2010 wurde durch Landrat Klaus Pavel und Regierungspräsident Johannes Schmalzl der Grundstein für das Schutzhaus des Limestors Dalkingen gelegt. Nach Begrüßung durch den Landrat und Grußworten des Regierungspräsidenten erläuterte Prof. Dr. Dieter Planck die historische Bedeutung dieses einzigartigen Bauwerks und Architekt Cemal Isin die technischen Details des Glaskubus. Der Rainauer Bürgermeister Achim Krafft sprach das Schlusswort.

Im Juli 2005 hatte die UN-Weltkulturorganisation UNESCO den Obergermanischen und Rätischen Limes in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen.
Damit wurde der Limes, die einstige Außengrenze des Römischen Reichs, ganz offiziell zu einem kulturgeschichtlichen Zeugnis von Weltrang erklärt. Dies hat bestätigt, dass es sich bei dem Limestor Dalkingen um ein herausragendes archäologisches Denkmal handelt, dessen Erhalt für künftige Generationen eine wichtige Aufgabe ist.

Unter den römischer Bauten entlang des Limes, von denen sich bis heute Reste erhalten haben, kommt dem ehemaligen Limestor bei Dalkingen besondere Bedeutung zu. An der Außengrenze des Römischen Weltreichs ist hier – vermutlich im Zusammenhang mit einem siegreichen Feldzugs Kaiser Caracallas gegen die Alamannen in den Jahren 213 und 214 n. Chr. – ein prunkvoller, 12 Meter hoher römischer Triumphbogen mit einer überlebensgroßen Kaiserstatue aus Bronze entstanden. Es handelt sich um die bislang einzige durch Baubefunde nachgewiesene Toranlage entlang des über 500 km langen, von der Donau bis zum Rhein reichenden obergermanisch-rätischen Limes.

Seit die historische Bausubstanz bei Ausgrabungen 1974/75 freigelegt wurde, hat sie durch Witterungseinflüsse stark gelitten. "Um die einmalige Bausubstanz für die Nachwelt dauerhaft zu sichern und zu erhalten, ist ein geschlossener Schutzbau unbedingt erforderlich", sind sich Regierungspräsident Schmalzl und Landrat Pavel einig. Der Schutzbau wird aus einer filigranen Stahlkonstruktion bestehen. Vorgesehen ist ein Glaskubus mit einer Breite von 23,10 m, einer Länge von 22,85 m und einer Höhe von 7 bis 16 m. Durch eine über dem originalen Mauerwerk frei schwebende, mit bedruckten Stoffbahnen bespannte Leichtmetallkonstruktion innerhalb des Glaskubus können die Abmessungen und das Aussehen des einstigen Limestores weithin sichtbar wieder hergestellt werden. Zwischen den kulissenartig aufgehängten Stoffbahnen und dem originalen Mauerwerk ist dabei ein Zwischenraum vorgesehen, damit die römische Bausubstanz noch genügend wirken kann.

"Auf diese Weise wird das Limestor Dalkingen zu einem "Highlight" für die breite Öffentlichkeit und zusammen mit dem Limesmuseum im benachbarten Aalen, den Ausgrabungen am Reiterkastell in Aalen und dem Römerbad am Bucher Stausee einen außerordentlich attraktiven Schwerpunkt römischer Ausgrabungen und Kultur in Ostwürttemberg bilden", ist sich Pavel sicher. Fertigstellung soll im Spätsommer sein. Dann soll das neue Schutzhaus mit einem Fest seiner Bestimmung übergeben werden.



Finanziert wird das rund 1,87 Mio. Euro teure Schutzhaus aus LEADER-Fördermitteln in Höhe von 750.000 Euro. Regierungspräsident Johannes Schmalzl hatte Landrat Klaus Pavel in dessen Funktion als Vorsitzender des Zweckverbandes Erholungsgebiet Rainau-Buch im November vergangenen Jahres einen Förderbescheid in Höhe von 750.000 Euro überreicht. 630.000 Euro Fördermittel kommen von der Baden-Württemberg Stiftung, 100.000 Euro von der der Denkmalstiftung und rund 108.000 Euro vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Restmittel trägt der Ostalbkreis.