Krank im Urlaub: 200 Millionen Europäer haben eine Europäische Krankenversicherungskarte

Die Zahl der Inhaber einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) nimmt stetig zu: Knapp 200 Millionen Europäer haben bereits eine EKVK, in Deutschland sind Schätzungen zufolge 45 Mio. EKV-Karten im Umlauf.

Mit der kostenlosen Krankenversicherungskarte können gesetzlich Krankenversicherte europaweit medizinische Leistungen erhalten. Die Zahl der EKVK-Inhaber ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Millionen (+4 Prozent) gestiegen. Dass immer mehr Bürger die Karte anfordern, spricht laut Sozialkommissar László Andor für das Vertrauen in das EKVK-System und den gebotenen Schutz. Die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte genügt, um sich im europäischen Ausland bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung medizinisch behandeln zu lassen. Innerhalb der EU ersetzt sie den früher notwendigen Auslandskrankenschein. Der Versicherte erhält damit eine Behandlung durch das öffentliche System (Krankenhäuser und Ärzte) in anderen EU-Ländern. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt aber nicht für Gesundheitsdienstleister aus dem privaten Sektor. Gesetzlich Versicherte werden mit der europäischen Krankenversicherungskarte in allen EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz im medizinischen Notfall ambulant oder stationär behandelt. Die Karte ist kostenfrei beim Krankenversicherungsträger im Heimatland des Versicherten erhältlich. Keine Gebühren dürfen für Vermittler anfallen, die ihre Hilfe bei der Antragstellung anbieten, wie dies in einigen Ländern der Fall zu sein scheint. Die Betroffenen sollten solche Fälle den Krankenversicherungsträgern in ihrem Land melden. Wer in Deutschland gesetzlich versichert ist, muss die Europäische Krankenversicherungskarte nicht beantragen. Sie ist automatisch auf der Rückseite der Versichertenkarte aufgedruckt. Krankenhäuser des öffentlichen Gesundheitssystems sind verpflichtet, die Karte anzuerkennen. Tatsächlich werden Patienten bei Vorlage der EKVK in der großen Mehrheit der Fälle ärztlich versorgt und können sich problemlos die Kosten rückerstatten lassen. Es hat jedoch Fälle gegeben, in denen sie abgewiesen wurden, meist aus Unkenntnis der Gesundheitsdienstleister. Für den Fall, dass die EKVK nicht akzeptiert wird, sollten sich die Patienten an die zuständige Gesundheitsbehörde des Aufenthaltslandes wenden. Notfallnummern sind ohne weiteres über die App der EKVK für Smartphones und Tablets zu finden. Bleibt es bei der Weigerung, sollten die Patienten die Gesundheitsbehörden in ihrem Heimatland um Unterstützung bitten. Sollte es dennoch weitere Probleme geben, sollten sie sich an die Europäische Kommission wenden, die den Vorgang untersuchen und bei den Behörden des betreffenden Landes vorbringen kann. Die Kommission untersucht solche Fälle und wird gegen jeden Mitgliedstaat, der die EU-Vorschriften über die Verwendung der EKVK nicht befolgt, ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.
Die App zur Europäischen Krankenversicherungskarte bietet Informationen über die Karte, Notruf-Telefonnummern, eine Liste der Behandlungen und Kosten, die abgedeckt sind, sowie darüber, wie man die Kostenerstattung beantragt und wen man bei Verlust der Karte kontaktieren kann. Die App enthält Daten zu den 28 EU-Staaten sowie zu Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Sie ist in 25 Sprachen erhältlich und man kann zwischen den Sprachen wechseln. Sie ersetzt jedoch nicht die EKVK.

Laden Sie die App hier herunter: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=559&langId=de